Trockenes Auge
Das trockene Auge
Das trockene Auge, die Keratokonjunktivitis sicca, ist ein Krankheitsbild, welches weltweit verbreitet ist und in unserer Praxis einen sehr großen Stellenwert besitzt.
Frau Dr. Jasmin Mesh-hadi widmet sich besonders den Patienten, die an diesem Krankheitsbild erkrankt sind.

Typische Symptome
Patienten, die unter diesem Krankheitsbild leiden, klagen über ein schwankendes Sehvermögen, eine Augenrötung, Fremdkörpergefühl, müde Augen, Lidschwellungen und Druck hinter den Augen. Paradoxerweise kann auch ein verstärktes Tränen auftreten.

Ursachen des trockenen Auges
Äußere Einflüsse, wie die Arbeit am Bildschirm, überheizte Räume und Klimaanlagen beeinflussen das trockene Auge (office-eye-Syndrome). Bestimmte Erkrankungen, vor allem aus dem rheumatischen Formenkreis, sind mit einem trockenen Auge vergesellschaftet.
Auch können ein Diabetes mellitus und eine Schilddrüsenerkrankung ein trockenes Auge hervorrufen, ebenso Hauterkrankungen (Rosacea, Lupus erythematodes).
Die Einnahme von Betablockern, insbesondere als Augentropfen, sowie konservierungsmittelhaltige Augentropfen und sogenannte Weißmacher führen bei längerfristiger Anwendung zu einem trockenen Auge.
Auch andere Medikamente, wie Psychopharmaka und Antiallergika, lassen die Augen trocken werden.
Ebenfalls werden hormonelle Einflüsse dafür verantwortlich gemacht, beim älteren Menschen das trockene Auge über einen Entzündungsprozeß zu modulieren. Nicht zu vergessen sind insbesondere weiche Kontaktlinsen, deren Tragen zu einem trockenen Auge führen kann.
Auch Operationen (Lasik, Lasek, Kataraktoperation) können zu einem trockenen Auge führen.

Diagnose
Jede Erkrankung ist individuell ausgeprägt und schon eine sorgfältige Anamnese führt zu dem entsprechenden Krankheitsbild.
Daneben kann die Erkrankung mit der Spaltlampe objektiviert werden. Mit Farbstoffen wird der Tränenfilm dargestellt, auch ist es möglich, die Tränenfilmaufrißzeit und die Tränenmenge zu messen.

Therapie
Unsere Aufgabe ist es , die für Sie angemessene Therapie zu finden. Häufig ist eine vollständige Heilung nicht möglich, aber eine deutliche Linderung der Beschwerden.

 

Tränenersatzmittel

Zunächst entscheiden wir, ob der Tränenfilm erneuert werden muß oder ob die osmotische Zusammensetzung und der Fettgehalt des Tränenfilms zu verbessern sind. Ein entsprechendes Tränenersatzmittel wird Ihnen dann verordnet.

Pilocarpintabletten

Die Tränenensekretion kann auch durch Pilocarpintabletten (Salagen) angeregt werden.

Eloisin 0,04 % Augentropfen

Eloisin 0,04 % Augentropfen (3x tgl.), zu beziehen über die internationale Apotheke, wurde zunächst aus den Speicheldrüsen des Tintenfisches isoliert und kann jetzt synthetisch hergestellt werden. Die Tränenproduktion wird 3 – 4 Wochen nach der Anwendung angeregt. Manche Patienten vertragen die Tropfen nicht.

Cortison, Antibiotika, Cyclosporin

Manchmal ist eine antientzündliche Therapie mit cortisonhaltigen Augentropfen oder Cyclosporin Augentropfen erforderlich.

Lidrandpflege

Bei ausgeprägten Lidrandentzündungen ist eine regelmäßig durchgeführte Lidrandpflege von großer Bedeutung, die wir ausführlich erklären (evaporatives trockenes Auge mit einer Störung der Meibom`schen Drüsenfunktion).

Omega III Fettsäuren

Die Therapie mit Omega III Fettsäuren kann die Beschwerden, die mit einem trockenen Auge einhergehen, deutlich mindern. Omega III Fettsäuren gibt es in Form von Medikamenten. Die zwei besten Nahrungsquellen sind Leinsamen und Kaltwasserfische.

Punctum plugs

Durch den Verschluss des Tränenpünktchens mit einem Silikonstöpsel können die Tränenpünktchen dauerhaft oder zeitweise verschlossen werden. Dadurch wird die augeneigene Träne besser ausgenutzt.

Was kann ich tun:

  • Viel trinken
  • Temperatur im Zimmer niedrig stellen
  • Viel lüften, Luftbefeuchter verwenden
  • Ventilation im Auto in den Fußraum leiten, Sonnenschutz herunterklappen um die Ventilation zu bremsen
  • Vorsichtiger Umgang mit der Klimaanlage im Auto (Filterwechsel nicht vergessen)
  • Rauchverbot
  • Bewußtes Blinzeln bei der Arbeit am Computer

Kostenübernahme von den Krankenkassen
In manchen Fällen übernimmt die Krankenkasse die Kosten für Tränenersatzmittel:

  • Sjögren Syndrom mit deutlicher Funktionsstörung
  • Epidermolysis bullosa
  • Okuläres Pemphigoid
  • Fehlen oder Schädigung der Tränendrüse
  • Facialisparese
  • Lagophthalmus

Ausblick
In Zukunft werden möglicherweise Androgen Augentropfen zugelassen, da die männlichen Geschlechtshormone den Entzündungsprozess in den Tränendrüsen und an der Augenoberfläche bremsen können.



Augenarztpraxis Klosterstraße
48143 Münster
Klosterstraße 53
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